60 Jahre Theater am Ring: Mit Kino, Tanztee und dem Charme der späten 50er

15.11.2019

Von: Sascha Schmidt


Es ist ihr Theater, das spürt man an diesem Tag im fast voll besetzten Festsaal im Theater am Ring: Saarlouiserinnen und Saarlouiser jeder Generation. Mit einem Lächeln nicken sie sich zu, als OB Peter Demmer von der Karnevalsgesellschaft Hirle spricht, die hier einst zu Hause war, ein freudiges Gemurmel bricht aus, als Kulturamtsleiterin Julia Hennings die legendäre Dachgartenalm erwähnt und selbst als Moderator Michael Friemel fragt, wer damals schon dabei gewesen sei, gehen eine gute Handvoll Hände in die Höhe.



Zeitgenössische Modenschauen gab es auch damals schon. Mit original Kleidern der späten 50er- und frühen 60er-Jahre ließ die Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters, iMove, diese Ära wieder aufblühen. Fotos: Sascha Schmidt

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Einen wesentlichen Beitrag zu Kultur, Kommunikation und Vernetzung leiste das Theater am Ring, hob OB Peter Demmer hervor.

„Ein Ort kleiner und großer Begegnungen, ein Ort in der Stadt und für die Region“, nannte Doris Pack, Vorstand der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, das Theater am Ring.

Kulturamtsleiterin Julia Hennings sagte, das Theater am Ring "ist ein Haus von und für Saarlouiser, tief verwurzelt in der Stadt, aber auch ein europäisches Haus mit Strahlkraft.“

Mit deutschen Schlagern und Rock’n’Roll begleitete die Andy Nagel Band den offiziellen Teil sowie den lockeren Tanztee im Anschluss.

„Die Nacht“ wurde bei der Theater-Eröffnung 1959 gesungen. Dank der Chorgemeinschaft MGV 1859 Lisdorf war sie auch zur 60-Jahr-Feier wieder zu hören.

Das Publikum im Festsaal: Volles Haus zum 60. Geburtstag.

Mattheus Ferrari-Pereira von der Stage Music School spielte die Mondscheinsonate. Auch sie wurde bereits zur Eröffnung 1959 aufgeführt.

OB Peter Demmer (links) und Hans Jörg Schu mit Viktoria Gill, Tochter von Theater-Bauer Ernst Gill, an der neuen Gedenk-Plakette, die zu Ehren ihres Vaters am Theater am Ring angebracht wurde.

Damals, das war der 10. November 1959. An diesem Tag wurde das Theater am Ring feierlich eröffnet. Auf den Tag genau 60 Jahre danach feierte das Herz der Saarlouiser Kultur nun seinen runden Geburtstag – mit einer Feier, die sich vor der Geschichte des Hauses verneigte und dabei selbst den Charme der frühen Jahre aufleben ließ. Zwei klassische Stücke, die bereits zur Eröffnung aufgeführt wurden, fanden ihren Weg zurück auf die Bühne, zum offiziellen Teil und beim Tanztee danach sorgten deutsche Schlager und Rock’n’Roll-Klassiker für zeitgenössischen Schwung. Ein Film ließ zudem Menschen zu Wort kommen, die dem Theater über die Jahre auf ganz unterschiedliche Weise verbunden waren oder sind. Höhepunkt der Feier war eine Modenschau mit originalen Kleidern von 1959, bevor zum Abschluss am Abend die deutsche Musikkomödie „Alle lieben Peter“ aus demselben Jahr zu sehen war.

 

In seiner Festrede erinnerte OB Demmer an den Erbauer des Hauses, Filmkaufmann Ernst Gill. „Er hat etwas erschaffen, das bis heute Bestand hat und von dem wir bis heute profitieren“, sagte Demmer. „Das Theater leistet einen ganz wesentlichen Beitrag zu Kultur, Kommunikation und Bildung, für die Vernetzung und den Austausch von Ideen.“ Das unterstrich auch Julia Hennings, die von der Bedeutung der Kultur als sinn- und identitätsstiftendem Mittel sprach. Dass das Theater kein Ensemble- sondern ein Gastspielhaus sei, eines mit großer Bühne und Orchestergraben, biete die Möglichkeit das Theater zu dem zu machen, was es sei. „Es ist ein Haus von und für Saarlouiser, tief verwurzelt in der Stadt, aber auch ein europäisches Haus mit Strahlkraft.“ Doris Pack, Vorstand der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit, nannte das: „Ein Ort kleiner und großer Begegnungen, ein Ort in der Stadt und für die Region.“ Immer wichtiger werde es, dass Städte über den Weg der Kultur Identität stiften, ein Verständnis für Heimat wecken und den eigenen Anteil an der Kultur Europas mit Leben zu füllen.